5 hilfreiche Tipps für Selbstfahrer in Südafrika

Du findest Gruppenreisen öde und möchtest ein Land gern nach deinen Vorstellungen und in deinem Tempo bereisen? Dann mach es wie wir und schnapp dir einen Leihwagen um Südafrika zu erkunden!
Damit bei deiner Planung nichts schief geht, teilen wir unser frisch erworbenes Wissen gern mit dir 🙂

1 . Beantragung internationaler Führerschein

Um in Südafrika überhaupt fahren zu dürfen, benötigst du einen internationalen Führerschein. Diesen kannst du bei der Führerscheinstelle / Fahrerlaubnisbehörde beantragen. Du benötigst dafür deinen Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passbild, deinen EU-Kartenführerschein, etwas Zeit und ca. 15 Euro (die Kosten können etwas variieren) für die Ausstellung des Führerscheins. Dieser ist dann für 3 Jahre gültig und sozusagen dein Tor zu den unendlichen Weiten Südafrikas.

Bitte beachte: Bei manchen Fahrerlaubnisbehörden kannst du deinen internationalen Führerschein erst nach ein paar Tagen abholen, daher ist es sinnvoll, die Beantragung ein paar Wochen vor Abreise zu organisieren. Sicher ist sicher 🙂

2 . Auswahl des richtigen Leihwagens und Vorgehensweise bei der Abholung

Wir empfehlen dir, den Leihwagen bereits von Deutschland aus zu buchen. Vorort wird des Öfteren versucht den Touristen irgendwelche sinnlosen Zusatzpakete unterzujubeln. Die Bedingungen in deutscher Sprache zu lesen ist doch durchaus einfacher. Über Vergleichsportale im Internet kannst du den besten Anbieter ermitteln.

Am besten überlegst du dir zumindest grob, welche Route du fahren möchtest, damit du besser einschätzen kannst, welcher Autotyp der richtige für dich ist. Hältst du dich beispielsweise nur in Kapstadt und Umgebung auf, kannst du dir das Geld für einen SUV sparen und dir einen Kleinwagen ausleihen. Bist du fast ausschließlich auf Safari, empfiehlt sich natürlich ein Geländewagen.

 

Was ist vor Abschluss des Mietvertrages zu beachten?

Lies dir genau die Bedingungen zum Versicherungsschutz durch. Du solltest darauf achten, dass keine Selbstbeteiligung für dich entsteht. Desweiteren sollte der Versicherungsschutz folgende wichtige Punkte umfassen:

  • Unterbodenschutz
  • Reifenschutz: Reifen und Felgen – bei den vielen Schlaglöchern abseits der Hauptstraßen kann schnell ein Reifen platzen!
  • Glasschutz: z. B. durch Steinschlag
  • Wasser- und Sandschäden

Dein Leihwagen sollte eine Vollkasko-, Haftpflicht-, und Diebstahlversicherung beinhalten. Achte darauf, dass dein Mietwagen keine Kilometerbegrenzung hat. Südafrika ist groß und du wirst sehr viele Kilometer zurücklegen. Bei Übernahme sollte das Fahrzeug voll betankt sein Full-Full also. Du gibst den Leihwagen vollgetankt wieder zurück.

Wenn du deinen Leihwagen am Flughafen abholst, musst du deinen Reisepass und Führerschein vorzeigen. Außerdem benötigst du eine Kreditkarte, da der Mietwagenverleih einen Betrag aus Sicherheitsgründen einbehält, den du nach Abgabe des Fahrzeuges zurück bekommst. Der Betrag richtet sich nach der Leihwagenkategorie. Durch einen Mitarbeiter wird dir eine Checkliste übergeben, in welcher der Zustand deines Leihwagens festgehalten wird. Eventuelle Makel wie z.B. Kratzer im Lack müssen auf dieser Liste notiert sein. Am besten druckst du dir zu Hause eine eigene Check Liste und prüfst das Auto vor Ort gründlich. Wenn dir etwas auffällt, was noch nicht auf der Liste steht, dann lass es durch den Mitarbeiter ergänzen und abzeichnen. Wir haben den Leihwagen sogar noch fotografiert.

Tipp: Wenn du erst am späten Abend landest, dann gönn dir an deinem ersten Abend ein Taxi (offizielles vom Flughafen) und schlaf dich erst einmal aus, bevor du dich ans Steuer setzt. Der Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig und im Dunkeln deine Unterkunft zu finden könnte sehr schwierig werden.

Einweggebühr bei Abgabe an einem anderen Ort

 Wenn du einen Roadtrip planst, ist es wahrscheinlich, dass du ab einem anderen Ort / Flughafen wieder Richtung Heimat fliegst. Das bedeutet, dass du deinen Leihwagen an einem anderen Flughafen / Ort abgibst. Dafür entsteht eine Einweggebühr, die sich je nach Mietwagenverleih um die 70,00 € bewegt. Vergiss nicht die Summe bei deiner Kostenkalkulation mit einfließen zu lassen.

Straße Krüger Nationalpark

 

3. Navigation mit Smartphone und wichtige Gadgets

Für das Ausleihen eines Navigationsgerätes können schnell über 100,00 € fällig werden. Da wir aus organisatorischen Gründen (Telefonate in Afrika etc.) ohnehin vorhatten, uns direkt bei Ankunft in Kapstadt eine Vodacom SIM-Karte zu besorgen, entschieden wir uns dafür, unser Smartphone mit Google Maps zur Navigation zu nutzen. Wir haben zu Hause ein altes Smartphone für die Reise ausgegraben und mit den wichtigsten Apps wie Google Maps, TripAdvisor, AirBnB fit gemacht.

Kauf einer SIM- Karte in Südafrika

In Südafrika eine SIM-Karte zu besorgen ist schwieriger als in Deutschland einen Kredit zu bekommen. Das ist zwar etwas übertrieben dargestellt, dennoch ist einiges zu beachten.

Wichtig ist, dass du deinen Reisepass dabei hast. Sollte es dir möglich sein, von deiner Unterkunft einen Beleg zu bekommen, auf dem die Adresse und die Dauer deines Aufenthaltes bestätigt wird, dann pack diesen mit ein. Du kannst in allen Vodacom Shops eine SIM-Karte besorgen. Wir wurden am Tag nach unserer Ankunft in einer gigantischen Shopping Mall „ Canal Walk“ fündig.

Der Mitarbeiter wollte tatsächlich eine Buchungsbestätigung oder eine Bescheinigung über unseren Aufenthalt in Kapstadt sehen. Wir hatten nichts dabei, da wir in einer Airbnb wohnten. Glücklicherweise konnten wir uns über WLAN mit unserem Airbnb Account verbinden und auf dem Handy die Buchungsbestätigung vorzeigen. Diese wurde durch die Mitarbeiter anerkannt. Wir wissen nicht, ob der Kauf immer so speziell abläuft aber es kann kein Fehler sein, wenn du dir von der Buchungsbestätigung einen Ausdruck oder Screenshot machst und diesen dabei hast.

Wir buchten 1 GB Datenvolumen zum Preis von 279 Rand (ca. 19,50 €). Nach 1,5 Wochen buchten wir nochmal 1 GB nach, da wir das Datenvolumen nicht nur zum Navigieren sondern auch teilweise als Hotspot für unsere Smartphones nutzen mussten. Das Navigieren mit dem Smartphone funktionierte wirklich super. Einen kleinen Haken hat die Angelegenheit dennoch. Da das Display permanent beansprucht wird, hält der Akku nicht den ganzen Tag.

In einem unserer Leihwagen hatten wir das Glück, einen USB Anschluss nutzen zu können. In dem anderen war leider keiner verbaut. Für diesen Fall nutzten wir unsere *Powerbank*. Die hat uns mehrfach gerettet, auch wenn mal in einer Unterkunft Stromausfall war. Wenn du also vorhast, mit deinem Handy zu navigieren, dann solltest du immer dein USB Anschlusskabel griffbereit haben. Für den Notfall ist die kleine Powerbank ein wahrer Retter.

Roadtrip Südafrika

4. Unterschätze die Entfernungen nicht und ziehe einen Inlandsflug in Betracht

Bei der Planung deiner Route solltest du dich nicht zu sehr an den angegebenen Fahrtzeiten orientieren. Sicherlich ist es ein grober Richtwert, mehr aber auch nicht. Du wirst deine Strecken so zusammenstellen, dass du zwischendurch immer mal anhältst und dir etwas anschaust. Da es in Südafrika sehr früh dunkel wird, vor allem in der Winterzeit, bleiben dir effektiv gerademal 10 Stunden wenn du früh aufstehst!

Im Dunkeln Auto fahren solltest du nach Möglichkeit meiden, da es wirklich stockfinster ist und es häufig vorkommt, dass Rinder oder andere Tiere auf der Fahrbahn stehen, was wirklich schlimme und nicht selten tödliche Unfälle nach sich zieht. Unsere zwei Mietwagen waren mit grottenschlechter Beleuchtung ausgestattet und jede Fahrt im Dunkeln war eine zu viel.

Südafrika – Fahrt in der Dämmerung

 

5. Verkehrsregeln und was du sonst noch beachten solltest

Die Autofahrer in Südafrika gehen sehr rücksichtsvoll miteinander um. Langsame Fahrzeuge fahren auf dem Seitenstreifen, um die schnelleren Verkehrsteilnehmer nicht zu behindern. Mit einem kurzen Warnblinken wird sich für das „Platz machen“ bedankt. Die Hauptstraßen sind in einem sehr guten Zustand. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt Innerorts bei 60 km/h. Die Landstraßen haben meist eine Begrenzung von 80 km/h bis 100 km/h. Am schnellsten kommst du mit 120 km/h auf den Nationalstraßen voran.

  • Du solltest unbedingt verhindern zu schnell zu fahren. In Südafrika wird eifrig geblitzt und das schon bei der geringsten Geschwindigkeitsüberschreitung.
  • In Südafrika herrscht Linksverkehr. Falls du mit deinem linken Arm äußerst grobmotorisch veranlagt bist, könntest du ein Automatikgetriebe in Erwägung ziehen. In der Regel gewöhnt man sich aber schnell an die neuen Umstände und wir sind auch mit der Gangschaltung gut klar gekommen.
  • Der Linksverkehr besteht natürlich auch im Kreisverkehr. Beim Verlassen blinkt komischerweise niemand. Es ist also Vorsicht geboten. Rechts vor links gibt es in Südafrika nicht. An den Stoppschildern wird gewissenhaft angehalten und wer zuerst an der Kreuzung steht, hat Vorfahrt.
  • Du solltest immer darauf gefasst sein, dass Tiere die Straße überqueren oder einfach auf der Straße herumstehen. Auf die Landstraßen verirren sich vor allem Kühe.
  • Beim Tanken musst du nicht aussteigen, sondern nur einem Angestellten mitteilen, wie viel getankt werden soll. In der Regel wissen die Mitarbeiter, welchen Kraftstoff du benötigst. Es kann aber auf keinen Fall schaden, wenn du dich selbst auch darüber informierst. Der Service an den Tankstellen ist überragend. Dir werden die Scheiben geputzt und wir haben es sogar erlebt, dass Reifendruck gemessen und Luft aufgepumpt wurde. Ein kleines Trinkgeld ca. 5 – 10 Rand wird gern gesehen. Bezahlen kannst du in den meisten Tankstellen sowohl mit Bargeld als auch mit Kreditkarte. Du solltest für den Notfall immer etwas Bargeld dabei haben, falls einmal keine Kartenzahlung möglich ist.
  • In Johannesburg und Umgebung gibt es viele mautpflichtige Straßen. Die meisten Leihwagen haben einen integrierten Sensor, über den wird automatisch die Mautgebühr von der angegebenen Kreditkarte abgezogen. Das Ganze nennt sich e-Toll. Wenn du durch die Mautstelle fährst, piepst das Gerät im Fahrzeug.

Auto fahren in Südafrika klingt  im ersten Moment schwieriger als es ist.  Du wirst das Gefühl absoluter Freiheit bestimmt genauso lieben wie wir.

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