Elephant Sanctuary Koh Samui – Erfahrungsbericht

Tierquälerei und die Ausbeutung von Tieren ist in Asien (und der ganzen Welt) ein großes Thema. In Thailand und anderen Ländern Asiens werden Elefanten-Trekking-Touren als Touristenattraktion angeboten. Im ersten Moment mag es verlockend klingen, sich von einem Dickhäuter durch den Dschungel tragen zu lassen. Hinter diesem Konstrukt steckt aber nichts als skrupellose Tierquälerei.

Leider denken viele Menschen auch heute noch nicht darüber nach, dass kein Elefant freiwillig unwissende Touristen auf seinem Rücken herumträgt. Ein qualvoller Leidensweg liegt hinter jedem Elefant, der  in der Touristenbranche tätig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Tier im Zirkus auftreten muss oder eben als Reit-Elefant gehalten wird.

Wir wollen den Menschen nicht mal unterstellen, dass sie bewusst die Tierquälerei fördern. Vielmehr ist es oft eine falsch interpretierte Art der Tierliebe. Viele Leute mögen Elefanten und wollen den Tieren einfach ganz nah sein, es fehlt häufig die notwendige Aufklärung.

Heute wollen wir dir ein tolles Projekt vorstellen. Du kannst mit den Elefanten agieren, sie füttern und dabei noch Gutes tun. Klingt toll, oder?

Elephant Sanctuary Koh Samui

Das Elephant Sanctuary auf Koh Samui ist eine Auffangstation für Elefanten, die zuvor ein sehr trauriges Leben führten und in irgendeiner Art und Weise durch den Menschen ausgebeutet wurden. Die Auffangstation ist brandneu auf der thailändischen Insel Koh Samui und begrüßt seit Januar 2018 täglich zwei kleine Gruppen von Menschen, die den Tieren helfen möchten.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit „Lek“ der Gründerin des Elephant Nature Parks (Chiang Mai) und ist sozusagen ein (noch)kleiner Ableger dieser tollen Rettungsaktion.

Derzeit leben auf dem Gelände 5 Elefanten. Der Plan ist, dass Gelände weiter auszubauen oder ein weiteres Gelände zu kaufen und dann noch mehr Elefanten aus der Gefangenschaft zu retten. Den Ansatz, lieber wenige Tiere und dafür so artgerecht wie nur möglich zu halten, finden wir sehr gut.

 

Anmeldung und Ablauf einer Halbtagestour

Die Auffangstation kannst du nicht ohne vorherige Anmeldung besuchen. Da die kleinen Gruppen frei mit den Elefanten agieren, ist es den Mitarbeitern wichtig, nicht zu viele Menschen auf einmal auf dem Gelände zu haben. Es soll sowohl für die Elefanten als auch für die Besucher eine entspannte und angenehme Atmosphäre herrschen. Hier findest du das Kontaktformular der offiziellen Website, worüber du deine Anmeldung vornehmen kannst. Am besten ist es, deinen Besuch rechtzeitig zu planen um auf Nummer sicher zu gehen. Es werden täglich zwei Touren angeboten. Eine startet am Morgen, die andere am Nachmittag. Du musst dich um nichts kümmern, denn ein kleiner Sammelbus holt dich direkt am Hotel ab und bringt dich zur Auffangstation. Die genaue Uhrzeit für die Abholung wird dir schriftlich mitgeteilt.

 

Eintrittspreise

Der Preis für eine Halbtagestour beläuft sich auf 3000 Baht pro Person für Erwachsene Teilnehmer. Kinder bis zu einem Alter von 11 Jahren werden mit 1500 Baht berechnet und Kinder bis zum 4. Lebensjahr dürfen kostenlos auf das Gelände. Der Preis ist zugegeben recht hoch aber dafür unterstützt du den weiteren Ausbau des Projektes. Bevor du mit den Elefanten in Kontakt kommst, erwartet dich eine ausführliche Einführung in den aktuellen Stand des Projektes und die traurige Vorgeschichte der Tiere.

Die traurige Vorgeschichte

Das Schicksal der 51 jährigen Elefantendame Sri Nin berührte uns besonders. Sie arbeitete ihr ganzes Leben – zuerst in der Holzindustrie und später in der Tourismusbranche. Ihr Mahout, so nennt man die „Trainer/Wegbegleiter“ der Elefanten, verstümmelte ihr linkes Auge, weil sie ihm nicht hörig war. Seit dem ist sie auf diesem Auge blind. Dieses schlimme Erlebnis wird Sri Nin niemals vergessen. Am 3. Januar 2018 wurde sie in das Samui Elephant Sanctuary überführt und führt seit dem ein friedliches und sicheres Leben. Außerdem hat sie die zwei Elefantenbabys Nong Pech (6 Jahre alt) und Moloair (9 Jahre alt) adoptiert und geht in ihrer Rolle als Beschützerin und Ziehmutter voll auf. Auch die anderen vier Elefanten hatten ein qualvolles Leben, bevor sie im Januar zu Mitgliedern der Auffangstation wurden. Mehr über das Schicksal der 5 Elefanten erfährst du auf der Website des Samui Elephant Sanctuary.

Nach der emotionalen Einführung folgt noch eine kurze Sicherheitsunterweisung.  An dieser Stelle solltest du wirklich gut zuhören.

Jetzt beginnt endlich der schönste Teil des Tages – du darfst die Tiere mit Obststückchen füttern. Das Gefühl einen Elefanten zu berühren ist etwas ganz Besonderes. Wir werden es nie vergessen. Der Rüssel ist sehr rau und man spürt, wie dynamisch und kraftvoll die Tiere sind. Du wirst mit dem füttern gar nicht hinterher kommen. Vor allem die beiden Babys Noch Pech und Moloair fressen unglaublich schnell 😉

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Ein bisschen Respekteinflößend ist das anfangs schon, dabei sind die Elefanten zu Beginn noch durch einen Zaun von dir getrennt. Es ist genug Obst für alle Teilnehmer der Gruppe da. Die Fütterung dauert mindestens eine halbe Stunde. Wusstest du, dass ein ausgewachsener asiatischer Elefant bis zu 200 kg Nahrung täglich benötigt und das Elefanten so langsam wachsen, dass sie mit 9 Jahren immer noch Babys sind? Das alles und noch viel mehr erfährst du an einem tollen Tag im Samui Elephant Sanctuary.

Ein Spaziergang mit 5 Elefanten

Und nun zum Highlight deines Besuches. Nach der Fütterung darfst du in deiner kleinen Gruppe mit den Elefanten und ihren Pflegern gemeinsam durch das Gelände streifen. Vorher bekommst du noch eine Umhängetasche mit Bananenstücken, damit du die Elefanten bei Bedarf füttern kannst. Die 5 sind ganz schön verfressen;)

Elefanten Elephant Sanctuary Koh Samui

 

Auf dem freien Gelände wird dir schnell bewusst, dass Elefanten wilde Tiere sind, die ohne Gewalt nicht gezähmt werden können. Wir mussten des Öfteren ausweichen, weil eines der Jungtiere unseren Weg kreuzte. Es ist ein unfassbar schönes Gefühl, diese wundervollen Tiere so glücklich zu sehen. Für noch lebendigere Eindrücke kannst du dir unser Koh Samui Video anschauen.

So viel Aufregung macht aber auch hungrig 😉 Deswegen wartet nach dem ausgiebigen Rundgang ein ganz leckeres vegetarisches Buffet auf dich. Du kannst dich mit den anderen Teilnehmern über deine Erlebnisse und Eindrücke austauschen und den Tag auf dem Elephant Sanctuary auf Koh Samui entspannt ausklingen lassen.

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Fazit: Für uns war es ein unvergessliches Erlebnis den Elefanten so nah zu sein. Wir haben die Zeit mit den Dickhäutern sehr genossen. Da schönste daran ist, dass wir mit unserem Eintrittsgeld den weiteren Ausbau des Geländes und somit die Aufnahme weiterer Tiere unterstützten. Für 3000 Baht wird dir im Samui Elephant Sanctuary ein ganz besonderes Erlebnis geboten und du setzt ein Zeichen gegen Tierquälerei. Gutes tun kann so schön sein.

Du möchtest mehr über Tierschutz Projekte in Thailand erfahren? Wir haben die Soi Dog Foundation auf Phuket besucht und einen ausführlichen Erfahrungsbericht geschrieben.

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2 thoughts on “Elephant Sanctuary Koh Samui – Erfahrungsbericht

  1. Norbert Hoffmann says:

    Dieses ist kein Kommentar sondern eine ersthafte Frage an euch.Ist dasElephant Sanctuary wirklich eine gute Auffang station oder auch nur zur belustigung der Touristen?
    Mir wurde gesagt das es nicht wirklich was gutes für Tiere gibt.
    lg.Norbert Hoffmann

    • Carina says:

      Hallo Norbert,
      wir sind davon überzeugt, dass es den Elefanten im Samui Elephant Sanctuary wirklich gut geht, sonst hätten wir diesen Artikel gar nicht bzw. kritisch geschrieben. Die Touristen werden nur in ganz kleinen Gruppen auf das Gelände gelassen und auch nur nach vorheriger Anmeldung. Sicherlich ist die Fütterung der Elefanten auch ein Erlebnis für die Touristen, wobei wir das unkritisch sehen. Ich denke, es gibt Schlimmeres, als von Touris mit frischen Bananen und Melonen gefüttert zu werden, oder? Wir durften danach noch einen kleinen Spaziergang über das Gelände unternehmen und die Elefanten von Weitem beobachten. Die Tiere wurden nicht bedrängt und sie wirkten auch keineswegs gestresst. So ganz ohne Einbeziehung der Touristen wären wohl die wenigsten bereit, einen Eintrittspreis in solch einer Höhe zu zahlen, welcher letztendlich den Tieren wieder zu Gute kommt.
      Im Übrigen ist dies nicht die einzige Tierschutzorganisation in Thailand, hinter der wir stehen. Die Soi Dog Foundation in Phuket können wir zu 100 % weiterempfehlen. Wir waren selbst schon vor Ort und spenden auch für die Organisation. Die Menschen dort leisten Großartiges für die Hunde und Katzen in Not.
      Wir hoffen, unsere Antwort hilft dir weiter.
      LG. Carina & René

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